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Analyse: Deutsche Türken wollen muslimische Mehrheit


Von Madeleine Gullert

Laut einer aktuellen Studie bezeichnen sich 37 Prozent der befragten Migranten als streng religiös. Jeder Zweite wünscht sich mehr Muslime als Christen.



Großbild dpa

Viele Türken in Deutschland haben laut einer repräsentativen Umfrage weniger starke Heimatgefühle für die Bundesrepublik als noch vor drei Jahren. Foto: Johannes Eisele/Archiv



Berlin. Traditionelle und religiöse Werte spielen eine wichtige Rolle für türkischstämmige Migranten in Deutschland. Das hat eine am Freitag in Berlin vorgestellte Studie des Meinungsforschungsinstituts Info ergeben. Befragt wurden etwa 1000 Personen.

Heimatgefühl

Obwohl beinahe ein Drittel der Befragten in Deutschland geboren wurde, betrachten lediglich 15 Prozent ihren Wohnort als Heimat. 2009 waren dies noch 21 Prozent. Zurück in die wahre Heimat Türkei möchten immerhin 45 Prozent der Befragten. Viele von ihnen (57 Prozent) möchten aber erst ihren Ruhestand dort genießen. Dafür bietet das Heimatland nämlich einen großen Vorteil: das gute Wetter (39 Prozent). Bezeichnend für das Gefühl, ein Leben zwischen zwei Kulturen zu führen, ist die Tatsache, dass 63 Prozent der Befragten sich in Deutschland als Türken und in der Türkei als Deutsche fühlen.



Gesellschaft

Obwohl eine Mehrheit der Türken in Deutschland davon überzeugt ist, dass es richtig war, hierher zu kommen, glauben 87 Prozent, dass die deutsche Gesellschaft stärker auf die Gewohnheiten der Einwanderer Rücksicht nehmen sollte. Was das Rollenverständnis angeht, zeichnet sich eine tendenziell verstärkte Rückkehr zu traditionellen Werten ab.

Eine vermehrte Segregation zeigt sich daran, dass 62 Prozent der Befragten am liebsten nur mit Türken zusammen sind. 2010 waren es nur 40 Prozent. Gleichzeitig wurden weniger Türken in Deutschland wegen ihres Aussehens beschimpft. Einen tendenziellen Anstieg gibt es bei körperlichen Übergriffen.

Religion

Die Autoren der Studie führen „radikalere“ religiöse Ansichten, gerade bei der jüngeren Generation, auf ein neues Selbstbewusstsein zurück. Diese Gruppe befürwortet besonders die umstrittene Verteilung von Gratis-Koranen in deutscher Sprache. Insgesamt bezeichnen sich 37 Prozent der Befragten als streng religiös, beinahe genauso viele geben an, alle fünf im Islam vorgegebenen Gebete pro Tag auszuüben. Drei Viertel glauben, dass der Islam die einzig wahre Religion ist, und beinahe die Hälfte aller Befragten hofft, dass es in Zukunft mehr Muslime als Christen in Deutschland gibt. Bedenklich sind vermehrte Ressentiments gegenüber Atheisten und Juden.



Bildung

Positiv ist, dass sich die Sprachschwierigkeiten reduziert haben. Außerdem glauben 95 Prozent, dass türkischstämmige Kinder eine Kita besuchen sollen, um die Sprache zu beherrschen.



  • von Helga Braun | 18.08.12 - 12:05 Uhr

Analyse: Deutsche Türken wollen muslimische Mehrheit


Es ist doch zweierlei mehr als sehr erschreckend, nämlich:
1. daß sich lt. Analyse bei den deutschen Türken in Bezug auf das Rollenverständnis eine tendenziell verstärkte Rückkehr zu traditionellen Werten abzeichnet
und
2. daß der Islam die einzig wahre Religion sei und ein Teil der Befragten hofft, daß es in Zukunft mehr Muslime als Christen in Deutschland gibt.
Beides paßt nicht in unsere Gesellschaft; wir sind ein christlich geprägtes Land und das soll und muß so bleiben, und, wir haben unsere christlich geprägten Werte.
Die Türken, die die gleiche Meinung wie in der Analyse beschrieben teilen, sollten sich dann auch zurück in ihr Heimatland begeben.
From: Bernd Wehner Cc: Wehner Bernd-M. Sent: Friday, August 17, 2012

Subject: KKV-Info-Post Nr. 01 vom 02.01.12

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie die neueste Info-Post des KKV-Diözesanverbandes Köln.

Sie finden hier jeweils aktuelle Informationen aus

         dem KKV-Bundesverband

         dem KKV-Diözesanverband Köln

         den KKV-Ortsgemeinschaften der Erzdiözese Köln

         dem kirchlichen Bereich

         dem Themenbereich Politik und Wirtschaft sowie

         verschiedene Angebote

Weil aber ein Medium nur so gut ist, wie es bei den Adressaten ankommt, darf ich       

Sie immer wieder ermuntern, uns mitzuteilen, wenn Ihnen etwas besonders gut gefallen hat oder wenn Sie etwas vermissen bzw. nicht so gut fanden.

Herzliche Grüße Ihr Bernd-M. Wehner
KKV-Diözesanverband Köln Bernd-M. Wehner Knipprather Str. 77 40789 Monheim am Rhein

Tel.: 02173 58702 Fax: 032 223746363 eMail: Wehner.Monheim@t-online.de: www.kkv-bund.de


Diözesanverband Köln

im Bundesverband der Katholiken

in Wirtschaft und Verwaltung

Nr. 06 vom 17.08.12

Spruch der Woche

Manche Urlauber suchen nicht das fremde Land, sondern Deutschland mit Sonne.“



(Erwin K.Scheuch)

Deutsche Zeitung, Schwarzbrot, Schnitzel und deutsches Bier: Das ist für viele der Inbegriff schöner

Ferien. (Quelle: Wirtschaftskalender 2012)

Und nun auf einen Blick die Themen in Kürze

KKV-Bundesverband

- In eigener Sache

- Jeder hat das Recht auf Unerreichbarkeit

- Europäische Idee muss weiterentwickelt werden

- KKV kritisiert Gesetzentwurf zum Verbot der Sterbehilfe

- KKV-Herbstreise nach Jersey

KKV-Diözesanverband

- Tag der Sozialverbände am 29.09.12

KKV-Ortsgemeinschaften

- Programmangebote

Aus dem kirchlichen Bereich

- Nuntius sorgt sich um die Zukunft der katholischen Kirche

Aus dem politischen und wirtschaftlichen Bereich

- Misereor begrüßt Niebels Vorstoß zu Biosprit-Stopp

- Vatikanvertreter bei UNO warnt vor globaler Lebensmittelkrise

- Sahel: 18 Millionen Menschen droht der Hungertod

- Schneller als das Gesetz

- Jaschke: „Homosexuellen Paaren gerecht werden“

- Prälat Karl Jüsten warnt vor dem Geschäft mit dem Tod

- Kardinal Joachim Meisner hat die Pläne zur Sterbehilfe kritisiert

Verschiedene Angebote

- Mittwochgespräche

- Buchbesprechung: Veronika Laufen hat glänzende Promotion über den KKV vorgelegt

und jetzt die neuesten Infos etwas ausführlicher aus

dem KKV-Bundesverband

In eigener Sache:

Ich freue mich, dass Frau Radon seit dem 30.07. nach ihrer langen Erkrankung wieder an ihrem

Arbeitsplatz ist. Bis einschl. 19.08. wird sie im Rahmen der gesundheitlichen Wiedereingliederung

täglich nur vier Stunden (07.30 Uhr bis 11.30 Uhr) arbeiten. Ab dem 20.08. dann wieder wie gewohnt

in Vollzeit. Darüber hinaus ist unser Geschäftsführer, Herr Hüpkes, seit dem 13.08. aus seinem Urlaub

wieder zurück, so dass die Geschäftsstelle wieder komplett besetzt ist – wenn auch noch nicht in

voller Stundenzahl.

Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender

Pressemitteilungen:

10.08.12 - KKV: „Jeder hat das Recht auf Unerreichbarkeit!“



Katholischer Sozialverband appelliert: Mitarbeiter wirklich abschalten lassen / Plakataktion via

facebook

K:\KKV-DV\Info-Post\Info-Post-2012\Info-Post-Nr. 06-17.08.12.doc

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ESSEN. Ferienzeit ist Urlaubszeit - und für viele geht’s mit Auto, Zug oder Flug weit weg. "Nicht aber



mental", mahnt der KKV und fordert eine "Kultur der Unerreichbarkeit" als Teil einer neuen

Arbeitsphilosophie. Moderne Medien machten jeden fast überall erreichbar – auch beruflich. "Das

verhindert das dringend nötige Abschalten und fördert burn-out der Mitarbeiter." Arbeitgeber und

Führungskräfte stünden deshalb in der Pflicht: "Jeder hat das Recht auf Unerreichbarkeit. Das muss

man akzeptieren", so der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. Nur so könnten die Mitarbeiter

in Urlaub wirklich abschalten, Zeit für sich und die Familie finden - "und nach wenigen Wochen offline

wieder richtig gut durchstarten. Das ist auch ein Gebot der Menschlichkeit und im Sinn der

Arbeitgeber: Nur erholte Mitarbeiter sind auf Dauer leistungsfähig. Weil aber Arbeit nie aufhört, muss

der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufhören – zumindest im Urlaub und am Sonntag."

Viel zu oft, so Wehner weiter, seien die Mitarbeiter via Smartphone rund um die Uhr für ihren

Arbeitgeber erreichbar - auch nachts, am Wochenende und im Urlaub. Noch ist fast jeder dritte

Arbeitnehmer (29 %) laut Bitkom-Studie „jederzeit“ für den Job telefonisch oder per E-Mail erreichbar.

Jeder fünfte Beschäftigte bearbeitet laut einer Studie des Bundesverbandes der Krankenkassen in der

letzten halben Stunde vor dem Schlafengehen noch berufliche E-Mails. "All das hat zur Folge, dass

die Lebenswelten verschwimmen, die work-life-balance aus dem Lot gerät und die psychischen

Erkrankungen steigen."



Anmerkung der Redaktion:

Mit dieser PM fanden wir in den Medien ein großes Echo. So wurde sie in der Rheinischen Post,

Ausg. Langenfeld/Monheim, groß veröffentlicht. In der Nürnberger Zeitung stand sie auf Seite 1! Und

hat auch noch den Anlass für einen Kommentar geliefert.



Darüber hinaus wurde sie unter

http://www.katholisch.de/

http://www.die-tagespost.de/aus-aller-welt/

http://www.fuldaer-nachrichten.de/?p=100856 sowie beim

Erzbistum Freiburg unter

http://www.ebfr.de/html/aktuell/aktuell_u.html?t=8f8f9e9f1fc2822f95e3f01dc5b63081&&cataktuell=

955|957|1019|1049|1068&m=19718&artikel=19103&stichwort_aktuell=&default=true

veröffentlicht.

Gleichzeitig haben wir die PM mit o.a. Foto allen OG mit der Bitte zugesandt, sie ebenfalls als eigene

PM an ihre örtlichen Medien zu senden.

07.08.12 - KKV: Europäische Idee muss weiterentwickelt werden – Solidarität ist keine



Einbahnstraße

„Europa muss die Krise an der Wurzel packen. Ohne eine echte Wertegemeinschaft kann auch keine

verlässliche Rechts- und Wirtschaftgemeinschaft aufgebaut werden. Zukunftsfähig kann eine

Gesellschaft nur sein, wenn die Menschen in ihr auch verantwortlich handeln. Freiheit braucht eben

auch Verantwortung. Wer nur auf den wirtschaftlichen Nutzen achtet und nicht das Wohl der

Menschen im Blick hat, handelt kurzsichtig und letztlich verantwortungslos.“ Mit diesen Worten plädiert

K:\KKV-DV\Info-Post\Info-Post-2012\Info-Post-Nr. 06-17.08.12.doc

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der Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner, dafür, den europäischen Gedanken wieder mit



neuem Leben zu erfüllen.

Wenn heute von Europa die Rede sei, denke man in erster Linie an die Finanzkrise, so Wehner

weiter. Selbstverständlich müsse dieses Problem gelöst werden, aber man dürfe dabei nie vergessen,

dass Europa letztlich ein großartiges Projekt sei, das in dieser Form in der Weltgeschichte einmalig

sei. Allein die Tatsache, dass Länder unterschiedlicher Sprache und Kultur friedlich zusammenlebten,

auf Kompetenzen in vielen Bereichen verzichteten, und das auf demokratischer Basis und völlig

freiwillig, sei schon erstaunlich, betont der KKV-Vorsitzende. „Das europäische Wasserglas ist nicht

halbleer, sondern halbvoll.“ Über 60 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand seien ein Geschenk, das

wir unseren Kindern und Enkeln selbst in dieser Krise nicht verbauen dürften.

Insofern sei Europa auch eine Solidargemeinschaft. Auf der Grundlage des christlichen

Menschenbildes habe der Mensch Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. „Soziale Gerechtigkeit und

Solidarität haben hier ihre Wurzeln.“ Allerdings sei Solidarität keine Einbahnstraße und auch nicht

bedingungslos. T

06.08.12 - KKV kritisiert Gesetzentwurf zum Verbot der Sterbehilfe – Betreuung bis zum Tod

und nicht Beförderung in den Tod muss das Ziel sein

„Jeder Mensch hat ein uneingeschränktes Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit.

Menschliches Leben beginnt mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle und hat Anspruch auf

absoluten Schutz bis zum Tod.“ Mit dieser Aussage unterstreicht der KKV in seinem

Grundsatzprogramm sein uneingeschränktes Eintreten für den Lebensschutz vom Beginn bis zum

natürlichen Ende.

Deshalb begrüßt der katholische Sozialverband auch grundsätzlich das Vorhaben der

Bundesregierung, die kommerzielle Sterbehilfe gesetzlich zu verbieten. „Allerdings wird diese Initiative

förmlich auf den Kopf gestellt, wenn das Gesetz nun vorsieht, all jene straffrei zu stellen, die dem

Sterbewilligen nahestehen, wobei sogar Ärzte und Pflegekräfte mit einbezogen werden sollen“,

kritisiert der Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner, den jetzt vorliegenden Gesetzentwurf.

„Einmal abgesehen davon, dass diese Formulierungen so interpretationsfähig sind, dass sie sämtliche

Hintertüren offen lassen, ist es geradezu absurd, die Sterbehilfe mit Solidaritätsgefühlen für den

Kranken zu verbinden.“ Echte Liebe und wirkliches Mitgefühl mit seinem Mitmenschen zeigen sich

nicht darin, dass man jemandem dabei unterstützt, sich umzubringen. Gefragt sei vielmehr eine

liebevolle Betreuung bis zum Tod und nicht die Beförderung in den Tod. T



Den vollständigen Wortlaut der Pressemitteilungen finden Sie unter www.kkv-bund.de.

01.-08.09.2012

KKV Herbstreise nach Jersey

Ausschreibung

dem KKV-Diözesanverband

Veranstaltung Tag der Sozialverbände im Rahmen der Domwallfahrt

Pilgeramt im Dom, anschließend Begegnung auf dem Roncalliplatz

Termin 29. Sept. 2012, 10:30 Uhr

den KKV-Ortsgemeinschaften



KKV-Ortsgemeinschaft Düsseldorf

Veranstaltung Besichtigung des „Eko-Hauses der Japanischen Kultur“

Termin 21. Aug. 2012, 15:00 Uhr

Das „Eko-Hauses der Japanischen Kultur“ ist Europas erster und einziger

buddhistischer Tempel; es wurde in 1993 in Düsseldorf-Niederkassel eröffnet. Die

Führung dauert ca. zwei Stunden. Im Anschluss gemütliches Beisammensein in

Meusers „Im alten Bierhaus“.

Treffpunkt Niederkasseler Weg/Brüggener Weg

Mehr unter: www.kkv-duesseldorf.de

KKV-Ortsgemeinschaft Düsseldorf-Benrath

Veranstaltung Lichtbildervortrag über den Jakobsweg von Porto bis Santiago de Compostela

Referent Siegfried Kubik, Schatzmeister der OG Benrath

K:\KKV-DV\Info-Post\Info-Post-2012\Info-Post-Nr. 06-17.08.12.doc

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Termin 05. Sept. 2012, 19:00 Uhr



Ort Cäcilienstift, Dssd-Benrath

KKV-Ortsgemeinschaft Hilden

Mehr unter: http://ov-hilden.kkv-bund.de/



KKV-Ortsgemeinschaft Kaarst

Veranstaltung Gesellschaft ohne Gott

Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands

Referent Dr. Andreas Püttmann, Politikwissenschaftler und Publizist

Termin 03. Sept. 2012, 20:00 Uhr

Ort Pfarrzentrum St. Martinus, Rathausstr. 10, Kaarst

Mehr unter: www.kkv-kaarst.de

KKV-Ortsgemeinschaft Monheim am Rhein

Veranstaltung „Das Altarfresko von St. Thomas Morus“ Mettmann

Referent Msgr. Theodor Buter, Pfarrer i.R.

Termin 20. Aug. 2012, 19:30 Uhr

Ort Pfarrer-Franz-Boehm-Haus, Sperberstr. 2a, Monheim am Rhein

Veranstaltung „Analyse der Monheimer Lokalpolitik“

Referent „Gipfelgespräch“ der Fraktionsvorsitzenden mit Bürgermeister Daniel Zimmermann

Termin 01. Sept. 2012, 11:00 Uhr

Ort MonBerg, Rheinpromenade, Monheim am Rhein

Mehr unter: www.kkv-monheim.de



KKV-Ortsgemeinschaft Neuss

Mehr unter: www.kkv-neuss.de

dem kirchlichen Bereich

Nuntius sorgt sich um die Zukunft der katholischen Kirche

„Der Papst leidet unter der bisweilen verschlossenen Haltung ihm gegenüber in Deutschland.“ Das

sagte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, in einem am Mittwoch vorab

veröffentlichten Interview der in Bonn erscheinenden Zeit-Beilage „Christ und Welt“. Es sei ein „großer

Verlust“, dass die Kirche in Deutschland so wenig auf den Papst höre. Zum Dialogprozess, den die

Deutsche Bischofskonferenz in Gang gebracht hat, meinte Périsset: „Es war von den Bischöfen ein

mutiger Schritt, das Gespräch mit dem Kirchenvolk zu suchen.“ Er gab allerdings zu bedenken, man

dürfe nicht „die Kirche von den Füßen auf den Kopf stellen“. (christ und welt)



Mehr dazu hier

Quelle: Radio Vatikan 15.08.12

dem politischen und wirtschaftlichen Bereich



Misereor begrüßt Niebels Vorstoß zu Biosprit-Stopp - Konkurrenz zwischen Tank und Teller

Das katholische Hilfswerk Misereor unterstützt die Forderung von Entwicklungsminister Niebel, den

Verkauf des Biosprits E10 zu stoppen. Weil die Getreidepreise aktuell weltweit steigen, droht eine

neue Hungerkrise. Ein Preistreiber ist die Produktion von Sprit aus Weizen und Mais.

Es gebe grundsätzlich eine "Nutzungskonkurrenz" zwischen Biosprit- und Nahrungsmittelproduktion,

meint Misereor-Agrarexperte Benjamin Luig. Darauf mache das Hilfswerk seit Jahren aufmerksam.

Niebels Vorstoß komme zur rechten Zeit, da die EU-Kommission im Herbst Rat und Parlament eine

Zwischenbilanz über die Umwelt- und Sozialauswirkungen der Biosprit-Produktion in Drittstaaten

vorlegen wolle, sagte Luig. Zwar stamme derzeit ein Großteil der Produktion aus EU-Ländern. Aber

bis 2020 werde die Einfuhr aus anderen Staaten massiv ansteigen, um die Vorgaben aus der

Richtlinie zu erneuerbaren Energien umzusetzen, erläuterte der Misereor-Experte. Bereits jetzt führe

etwa der Import von Bioethanol auf Zuckerrohrbasis aus Brasilien oder Palmöl aus Indonesien zu

zusätzlichen Knappheiten und Landkonflikten.

Welche unmittelbaren Auswirkungen vor diesem Hintergrund die Dürre in den USA und die erwarteten

Ernteausfällen in anderen Teilen der Welt für die Nahrungsmittelversorgung in Afrika, Lateinamerika

und Asien spielen, ist nach Ansicht von Luig schwer vorherzusagen. "Aber die sprunghaft

angestiegenen Preise in den USA lassen Schlimmes befürchten." Das Land ist weltweit einer der

K:\KKV-DV\Info-Post\Info-Post-2012\Info-Post-Nr. 06-17.08.12.doc

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größten Getreideexporteure - sowohl für die Nahrungsmittelproduktion wie auch für die Herstellung



von Biokraftstoff.

Quelle: Domradio 16.08.12 - http://www.domradio.de/aktuell/83462/konkurrenz-zwischen-tank-undteller.

html

Anmerkung der Redaktion: Bereits mit PM vom 20.04.11 haben wir uns unter dem Motto Getreide

gehört auf den Tisch - nicht in den Tank! eindeutig gegen den Bio-Sprit ausgesprochen.

Vatikanvertreter bei UNO warnt vor globaler Lebensmittelkrise

Der Ständige Beobachter des Vatikans bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Maria Tomasi, warnt

vor einer neuen weltweiten Lebensmittelkrise. Angesichts steigender Lebensmittelpreise infolge der

aktuellen Dürre in den USA, in Australien und in Russland sieht der Erzbischof die

Lebensmittelversorgung in vielen Ländern in Gefahr und befürchtet „Hungerrevolten“ vor allem in den

armen Ländern der Welt. Das Thema steht auf der Tagesordnung einer Telefonkonferenz einiger

Vertreter der G20-Staaten Ende August. (rv/oxfam)

Hier mehr in Text und Ton

Quelle: Radio Vatikan 14.08.12

Sahel: 18 Millionen Menschen droht der Hungertod

Ohne verstärkte Hilfe werden in den kommenden zwei bis drei Monaten unzählige Kinder in der

afrikanischen Sahelzone an Hunger sterben. Davor warnt die Caritas-Katastrophenexpertin Sarah

Ebner. 18 Millionen Menschen drohe der Hungertod aufgrund der Dürre, allein im Niger seien es über

sechs Millionen. In manchen Regionen erreichten die Hilfsmaßnahmen nur die Hälfte aller

unterernährten Kinder. Da gehe es jetzt „ganz banal“ darum, dass Kinder nicht sterben, so Ebner, die

in Niger mit lokalen Partnern die Nothilfe koordiniert und im „Kathpress“-Gespräch ihre Einschätzung

der Lage und ihre Eindrücke aus einem Ernährungszentrum schildert. (kap)



Hier mehr in Text und Ton

Quelle: Radio Vatikan 10.08.12

Schneller als das Gesetz

Seit der staatlichen Einrichtung der eingetragenen Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare hat

das Bundesverfassungsgericht eine konkrete Bevorzugung der Ehe nach der anderen gegenüber

diesen Lebenspartnerschaften abzubauen angeordnet. 13 Bundestagsabgeordnete der CDU wollten

nun endlich einmal schneller sein als das Gericht und schlugen deshalb eine Ausweitung des Ehegattensplittings

auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften vor. Wie die Anordnungen des

Gerichts, so fördern auch ihre Vorschläge, dass in der Sprache und im Bewusstsein vieler Menschen

kein Unterschied mehr wahrgenommen wird zwischen Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft.

Die Dogmen der Gender-Ideologie verkünden verstärkend die Belanglosigkeit körperlicher oder

psychischer Differenzen zwischen den Geschlechtern, weshalb gleichgeschlechtliche

Lebenspartnerschaften bald auch das volle Adoptionsrecht erhalten sollen.

Die Verantwortlichen werden sich die Frage stellen müssen, ob sie die Zusage des Schutzes der Ehe

nicht ehrlicherweise aus dem Grundgesetz herausnehmen sollen, weil auch aufgrund ihrer Vorhaben

und Entscheidungen dieser Schutz immer mehr zu einer leeren Sprachhülse verkommt. Den

Verfassern des Grundgesetzes war klar, dass die von ihnen beabsichtigte Bevorzugung der Ehe auch

eine Benachteiligung anderer Lebensformen bedeutet. In vielen konkreten politischen Entscheidungen

haben sie diese ihre Absicht konkretisiert. Wenn man die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aber

nicht mehr benachteiligen und die heterosexuelle Ehe nicht mehr bevorzugen will, soll man dies auch

nicht im Grundgesetz behaupten.

Auszug aus einem Gastkommentar von Weihbischof Heiner Koch in der Tagespost vom 14.08.12

Jaschke: „Homosexuellen Paaren gerecht werden“

In der Debatte um eine weitere rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften äußert

sich die katholische Kirche reserviert. Der Staat soll weiterhin die Ehe fördern, fordert der Familien-

Bischof der Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Peter Tebartz-van Elst, am Mittwoch der

Katholischen Nachrichten-Agentur. Ausgangspunkt der Debatte ist zum einen der Vorstoß mehrerer

CDU/CSU-Abgeordneter und zum anderen ein Entscheid des Bundesverfassungsgerichts. Dieses hat

sich an diesem Mittwoch in Karlsruhe erneut gegen eine ungleiche Behandlung von eingetragenen

Lebenspartnern und Ehepaaren gewandt. Homosexuelle bei der Grunderwerbsteuer zu

benachteiligen, sei verfassungswidrig, so die Richter. Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen

Jaschke sagte dem Kölner domradio, er könne die Frage einer steuerlichen Gleichbehandlung als

Laie auf dem Gebiet nicht beurteilen. Wenn sich aber Homosexuelle in Liebe und Treue

zusammenfänden und bereit seien, Verantwortung füreinander zu übernehmen, müsse das auch

entsprechend rechtlich gewürdigt werden. (kna/domradio/rv)

Hier mehr in Text und Ton

K:\KKV-DV\Info-Post\Info-Post-2012\Info-Post-Nr. 06-17.08.12.doc

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Quelle: Radio Vatikan 08.08.12

Prälat Karl Jüsten warnt vor dem Geschäft mit dem Tod

Berlin - Der jüngste Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums sieht vor, kommerzielle Sterbehilfe

in Deutschland zu verbieten. Dennoch soll ärztliche Beihilfe zum Suizid unter bestimmten

Bedingungen straffrei bleiben. Für den Leiter des Katholischen Büros, Prälat Karl Jüsten, ist der

Gesetzentwurf nicht umfassend genug, wie er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur

erläutert.



Frage: Herr Prälat Jüsten, der neue Gesetzentwurf sieht vor, kommerzielle Beihilfe zum Suizid in

Deutschland zu verbieten. Das klingt doch sinnvoll - was stört Sie daran?



Jüsten: Es ist richtig, gewerbsmäßige Beihilfe zum Suizid zu verbieten. Aber dies greift zu kurz.

Zahlreiche andere Formen der organisierten Suizidhilfe werden so nicht erfasst. Es ist schon

erstaunlich, wenn im Verlauf eines solchen Gesetzgebungsverfahrens Organisationen wie der Verein

"Sterbehilfe Deutschland" nun damit werben, dass sie weiterhin aktiv sein können und von dem

Gesetz nicht betroffen sein werden. Wir befürchten, dass deren Tun auf diese Weise sogar legitimiert

wird und die Hilfe zum Selbstmord Schritt für Schritt zu einer normalen Dienstleistung wird. Hier lohnt

der Blick in die Schweiz. Dortige Studien zeigen, dass der liberale Umgang mit

Sterbehilfeorganisationen zu einer Zunahme von Selbsttötungen führt. Überdies werden die Gründe

hierfür immer fragwürdiger. Wir müssen verhindern, dass sich Menschen in unserer Gesellschaft das

Leben nehmen, weil sie anderen nicht zur Last fallen wollen.

Quelle: katholisch.de – Das komplette Interview finden Sie unter

http://www.katholisch.de/Nachricht.aspx?NId=8535



Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die Pläne zur Sterbehilfe kritisiert. Der von

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vorgelegte Gesetzentwurf stelle die

„letzte Station“ auf dem Weg zur Preisgabe der Menschenwürde dar. Das schreibt der Erzbischof in

einem Gastbeitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ von diesem Mittwoch. „Gleich einer Wanderdüne“

sei „ein Eingriff nach dem anderen“ gegen die Unantastbarkeit menschlichen Lebens erfolgt. Ziel des

Gesetzentwurfes ist es, kommerzielle Sterbehilfe zu verbieten; Angehörigen von Sterbewilligen sowie

ihnen nahestehenden Ärzten und Pflegern soll aber die Beihilfe gestattet werden. Dazu betont

Meisner: „Für das Ende des menschlichen Lebens gilt das gleiche wie für seinen Beginn: Wir haben

keine Verfügung darüber und dürfen sie uns auch nicht anmaßen - es sei denn um den Preis unserer

menschlichen Würde.“ (kna)



Quelle: Radio Vatikan 08.08.12

Verschiedene Angebote

Mittwochgespräche in Düsseldorf

Thema Düsseldorf ohne Heilige?

Referent Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Köln

Termin 05. Sept. 2012, 18:00 Uhr

Thema Kriterien für die Rezeption des II. Vatikanischen Konzils?

Referent Prof. Dr. Dr. habil. Jörg Ernesti, Brixen

Termin 12. Sept. 2012, 18:00 Uhr

Thema Paul VI – Der erste moderne Papst?

Referent Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Köln

Termin 19. Sept. 2012, 18:00 Uhr

Ort jeweils MAXHAUS, Schulstr. 11, Düsseldorf-Altstadt – www.maxhaus.de

Eintritt jeweils 3,00 €

Buchrezension von Manfred Gerwing

Vom Bildungseifer christlicher Laien

Veronika Laufen hat eine glänzende Promotion über den Bundesverband der Katholiken in

Wirtschaft und Verwaltung vorgelegt.

In einer sich immer mehr von Treu und Glauben loslösenden, säkularisierten Gesellschaft geht es

dem „Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V.“ „insbesondere darum, die

verlorengegangene Verbindung des Wirtschafts- und Soziallebens mit den Grundsätzen christlicher

Ethik wiederherzustellen“. So eine Kernthese vorliegender Doktorarbeit von Veronika Laufen, die von

Christoph Weber betreut und von der philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität

K:\KKV-DV\Info-Post\Info-Post-2012\Info-Post-Nr. 06-17.08.12.doc

7

Düsseldorf im Sommersemester 2011 angenommen wurde. Die Dissertation thematisiert die Anfangsund



Konsolidierungsphase dieses exponierten katholischen Verbands. T

Der Vereinigung, so vermag die Arbeit minutiös nachzuweisen, geht es zwar auch um eigene

Interessen, Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen, aber doch so, dass niemals das Gemeinwohl

insgesamt aus dem Blickfeld gerät. Im Gegenteil: Der Verband setzt sich gerade dafür ein, dass

jenseits aller Interessenvertretung allen Gliedern der Gesellschaft bewusst bleibt, dass sie

verantwortliche Partner und Teilhaber am zu fördernden bonum commune seien.

Die zahlreichen gewissenhaft belegten und plausibel begründeten Thesen dieser arbeitsintensiven

Studie ergeben sich aus dem sorgfältigen Sammeln und Sichten, Differenzieren, Analysieren und

Reflektieren sämtlicher Quellenbestände des Verbands und seines soziokulturellen, wirtschaftlichunternehmerischen

Umfelds; und zwar über einen Zeitraum von 56 Jahren: von 1877 bis 1933. T



Laufen, Veronika: Der Verband katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschland 1877–1933.

Peter Lang Verlag, Frankfurt/Berlin, 2011. Beiträge zur Kirchen- und Kulturgeschichte Bd. 22, 515

Seiten. ISBN 978-3-3631-62053-3, EUR 79,80

Quelle: Die Tagespost 16.08.12 - Der komplette Text ist als pdf-Datei beigefügt.

Der KKV – ehemals Katholisch-Kaufmännischer-Verein – ist der Verband der Katholiken in Wirtschaft und

Verwaltung. Er zählt heute knapp 8.000 Mitglieder in ca. 90 Ortsgemeinschaften, die sich der gesellschaftlichen

Mitte zugehörig fühlen. Dem Diözesanverband Köln gehören rund 600 Mitglieder in den Ortsgemeinschaften

Bonn, Düsseldorf, Düsseldorf-Benrath, Hilden, Kaarst, Köln, Monheim, Neuss und Wuppertal an. Weitere

Informationen zum KKV und zum Programm des Kölner Diözesanverbandes finden Sie unter www.kkv-bund.de und www.kkv-dv-koeln.de

.

Die KKV-Info-Post können Sie jederzeit unter der E-Mail-Adresse Wehner.Monheim@t-online.de



abbestellen. Die vorherigen Exemplare finden Sie unter www.kkv-dv-koeln.de

.

Impressum: KKV-Diözesanverband Köln, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung

Bernd-M. Wehner, Knipprather Str. 77, 40789 Monheim am Rhein, Telefon: 02173 58702, E-Mail:

Wehner.Monheim@t-online.de


Vom Bildungseifer christlicher Laien

Veronika Laufen hat eine glänzende Promotion über den Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und

Verwaltung vorgelegt. von Manfred Gerwing
In einer sich immer mehr von Treu und Glauben loslösenden, säkularisierten Gesellschaft geht es dem

„Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V.“ „insbesondere darum, die verlorengegangene

Verbindung des Wirtschafts- und Soziallebens mit den Grundsätzen christlicher Ethik wiederherzustellen“. So

eine Kernthese vorliegender Doktorarbeit von Veronika Laufen, die von Christoph Weber betreut und von der

philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Sommersemester 2011 angenommen

wurde. Die Dissertation thematisiert die Anfangs- und Konsolidierungsphase dieses exponierten katholischen

Verbands.

Gegründet wurde er 1877 unter der Bezeichnung „Katholische kaufmännische Vereinigungen“ (KKV) in Mainz.

Seit 1891 hat er seinen Sitz in Essen. Die Umbenennung folgte 1965 und ist die Antwort auf veränderte berufliche

Strukturen, die sich im Verlauf der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts ergaben. Gleichzeitig wird aber auch

die ursprüngliche Bezeichnung beibehalten; und zwar in der bis heute gültigen Abkürzung des Verbands: KKV.

Der Vereinigung, so vermag die Arbeit minutiös nachzuweisen, geht es zwar auch um eigene Interessen, Schutzund

Sicherheitsmaßnahmen, aber doch so, dass niemals das Gemeinwohl insgesamt aus dem Blickfeld gerät. Im

Gegenteil: Der Verband setzt sich gerade dafür ein, dass jenseits aller Interessenvertretung allen Gliedern der

Gesellschaft bewusst bleibt, dass sie verantwortliche Partner und Teilhaber am zu fördernden bonum commune

seien.


Die zahlreichen gewissenhaft belegten und plausibel begründeten Thesen dieser arbeitsintensiven Studie

ergeben sich aus dem sorgfältigen Sammeln und Sichten, Differenzieren, Analysieren und Reflektieren sämtlicher

Quellenbestände des Verbands und seines soziokulturellen, wirtschaftlich-unternehmerischen Umfelds; und zwar

über einen Zeitraum von 56 Jahren: von 1877 bis 1933.

Bemerkenswert auch die bestechende Akkuratesse sowie die umsichtig-kritische Souveränität, mit der die

Verfasserin ans Werk geht, um das von ihr entdeckte Einzelne in den übergeordneten Frage- und Problemkreis

sowie in den gesamtgesellschaftlichen Geschichtsverlauf einzuordnen. So wird der KKV zwar „als Teil des

katholischen Milieus“ charakterisiert, aber doch dergestalt profiliert, dass der Rückbezug zur Profan-, Wirtschaftssowie

Kirchen- und Theologiegeschichte deutlich wird und seinerseits wiederum tiefen Einblick in die Arbeits- und

Unternehmerwelt, in den herrschenden Bürgergeist und – nicht zuletzt – in die oft unterschätzte Spiritualität des

katholischen Laien dieser Epoche gewährt:

Am Anfang standen die jesuitisch geprägten Marianischen Kongregationen (= MC) für Kaufleute. Veronika Laufen

vermag deutlich nachzuweisen: Die MC waren Teil einer umfassenden Erneuerungsbewegung innerhalb der

Katholischen Kirche. Sie strebten, in den deutschen Landen der Nachreformation vor allem von Ingolstadt aus,

systematisch danach, das Leben der Laien so in Form zu bringen, dass diese selbstständig in der Lage waren,

aus dem Glauben heraus ihren familiären wie beruflichen Alltag zu gestalten.

Dazu ließen sie sich theologisch wie spirituell schulen. Sie waren bestrebt, ihren Glauben zu kennen und die

geistig-geistliche Kraft zu besitzen, ihn nicht nur vor der kritischen Vernunft zu rechtfertigen, sondern auch im

Alltag, besonders auch im konkreten Berufsfeld anzuwenden. Der Christ kann sich nicht quasi auf Zeit von

seinem Glauben suspendieren, um von dann bis dann nur „Kaufmann“ und „Unternehmer“, von dann bis dann,

etwa sonntags, nur „Christ“ zu sein. Er kann auch nicht zwischen seinem Christ- und seinem Kaufmannsein

Korrekturen am Glauben selbst vornehmen, sich entgegen christlichen Geboten „anpassen“ und verbiegen. Er

muss, wie jeder Mensch, auf seine Vernunft und sein Gewissen hören.

Wer glaubt, weiß sich in Gott geborgen und lässt sich von nichts und niemandem mehr bestechen, unter Druck

setzen und zur Unmenschlichkeit verleiten (vgl. Röm 8, 38f.). Hier gibt es keine Kompromisse. Das Ziel der MC

war es, orientiert an Maria, der Gottesmutter, und unter ihrem Schutz (Marienweihe), möglichst sämtliche Aspekte

des menschlichen Lebens in eine christliche Lebensweise zu transformieren und so die Einheit von Glauben und

Leben zu praktizieren.

Und bemerkenswert: Der Verband ließ sich von keiner Seite funktionalisieren oder gar fremdsteuern. Es gehört

zu den ebenfalls alle Achtung verdienenden Ergebnissen vorliegender Untersuchung: „So sehr der Verband

seinen Willen zur Integration in den deutschen Katholizismus zeigte, so sehr beharrte er selbstbewusst auf

Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Er verstand sich explizit als religiöse Vereinigung und als

berufsständisch agierender Verband der katholischen Kaufleute und trug damit zur Ausdifferenzierung des

facettenreichen katholischen Milieus bei. Eine Bevormundung durch übergeordnete katholische

Laienorganisationen [...] lehnte er selbstbewusst und entschieden ab.“

Mit dieser Arbeit wird ein exponierter Beitrag zur in der Katholizismusforschung bislang allzu sehr

vernachlässigten Historiografie der Berufsverbände geleistet; und zwar so, dass zugleich zentrale Aspekte der

Gesellschaftsgeschichte profiliert zu Wort kommen.

Wenn man bedenkt, dass es sich, wie aus dem Vorwort ersichtlich, bei der Verfasserin um eine vierfache Mutter

handelt, die „nach langer Familienphase“ erneut die Universität besucht, um schließlich „das Wagnis eines

Dissertationsvorhabens ernsthaft anzugehen“, so kann man angesichts dieses ausgezeichneten Ergebnisses nur

hoffen, dass die Autorin auch das zu realisieren vermag, was sie bereits ankündigt: die Geschichte des

Verbandes auch über die Zeit nach 1933 bis in die Gegenwart fortzuschreiben. Wir dürfen gespannt sein.

Laufen, Veronika: Der Verband katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschland 1877–1933. Peter Lang

Verlag, Frankfurt/Berlin, 2011. Beiträge zur Kirchen- und Kulturgeschichte Bd. 22, 515 Seiten. ISBN 978-3-3631-

62053-3, EUR 79,80

Quelle: Die Tagespost 16.08.12

http://www.wz-newsline.de/home/politik/inland/analyse-deutsche-tuerken-wollen-muslimische-mehrheit-1.1074893

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