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Kurfürst Friedrich Wilhelm - Friedrich Wilhelm von Brandenburg - Der „Grosse Kurfürst“



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1640 Kurfürst Friedrich Wilhelm - Friedrich Wilhelm von Brandenburg - Der „Grosse Kurfürst“

* 16.2.1620 Schloss zu Cölln/Spree


† 9.5.1688 Potsdamer Stadtschloss
Begräbnisstätte: Dom zu Berlin

Vermählt (I) am 7.12.1646 im Oude Hof in Den Haag (Paleis Noordeinde) mit Prinzessin Louise Henriette von Oranien-Nassau; (II) am 14.6.1668 in Gröningen b. Halberstadt mit Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg

13 Kinder

Prägende Jahre für den jungen brandenburgischen Kurprinzen war ein Bildungsaufenthalt in den Niederlanden von 1634 – 1638. Die auf der Höhe ihrer europäischen Geltung stehende niederländische Republik beeindruckte den Kurprinzen tief und bestimmte später vielfach die Zielsetzung seiner Regierung.

Nach dem Tode seines Vaters Georg Wilhelm im Jahre 1640 übernahm Friedrich Wilhelm ein schweres Erbe. Die ersten Regierungsjahre des brandenburgischen Kurfürsten fielen in die Schlussphase des Dreißigjährigen Krieges. Nur allmählich gelang es Friedrich Wilhelm, die gewaltigen Schäden des Krieges in den kurbrandenburgischen Landen zu beheben. Im Herbst 1652 verlegte Friedrich Wilhelm den Sitz seines Hofes von Kleve nach Berlin. Nachdem es ihm nicht gelungen war, sich in den reichen rheinisch-westfälischen Landesteilen eine ökonomische Basis für eine erfolgreiche Auseinandersetzungen mit den Ständevertretungen zu schaffen. In diese Zeit fallen die langwierigen Verhandlungen mit den Vertretern des selbstbewussten Landadels und der schwächeren kurfürstlichen Städte. Das Resultat war die fast unbeschränkte Herrschaft der adeligen Gutsbesitzer über die durch Leibeigenschaft gepressten Bauern sowie die Bürger von Landstädten. Dafür wurden dem Kurfürsten die zur Unterhaltung eines stehenden Heeres benötigten Mittel bewilligt, eine der Grundvoraussetzungen für die von ihm angestrebte „absolute“ Machtpolitik.

Nach diesem innenpolitischen Erfolg bemühte sich der Kurfürst verstärkt um wirtschaftliche und kulturelle Verbesserungen in seiner Hauptresidenz Berlin-Cölln. Die territorialen Gewinne während seiner Regierungszeit waren nur gering, doch seine Souveränität in Preussen wurde nun auch vom Kaiser anerkannt. Als souveräner Herzog in Preussen überragte Friedrich Wilhelm alle übrigen Reichsfürsten an Bedeutung. Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins war der 1664 begonnene Bau des Potsdamer Stadtschlosses.

Nach dem Sieg über die Schweden in der Schlacht bei Fehrbellin im Jahre 1675, die ohne Kriegserklärung in die Kurmark eingedrungen waren, nannte man Friedrich Wilhelm erstmals den „Großen Kurfürsten“. Auf die Aufhebung des Ediktes von Nantes im Jahre 1685 durch den französischen König Ludwig XIV. antwortete der Große Kurfürst mit dem Edikt von Potsdam. Mit diesem lud er die in Frankreich durch das Glaubensedikt der Verfolgung ausgesetzten Calvinisten ein, sich in den kurfürstlichen Landen niederzulassen.

Mit der Aufnahme der Hugenotten und deren Förderung durch Steuerfreiheit, staatliche Unterstützungen sowie gewerbliche Privilegien hat Friedrich Wilhelm seinem Land einen großen Dienst erwiesen. Denn die 20 000 „Refugiés“ die dem Ruf des Kurfürsten gefolgt waren, brachten Fortschritt in Gewerbe und des Landwirtschaft.


Jörg Kirschstein

Königsberg

Schon lange bevor der Deutsche Orden auf Grundlage der Goldbulle von Rimini ins Land kam und hier 1255 eine Burg gründete, befand sich an gleicher Stelle eine Zuflucht der Pruzzen. Ihre neue Burg nannten die Ritter zur Ehre Ottokars II. von Böhmen Königsberg. In ihrem Schutze entstanden drei Städte. 1286 die Altstadt, 1300 östlich davon Löbenicht und 1327 im Süden Kneiphof. Königsberg war Sitz eines Domkapitels, wurde 1309 Sitz des Ordensmarschalls und nach dem Verlust der Marienburg 1457 Sitz des Hochmeisters. Mit der Umwandlung des geistlichen Ordensstaates in ein weltliches Herzogtum wurde Königsberg 1525 dessen Residenz und kam durch Erbfolge 1618 an Brandenburg.

Die Lage des Herzogtums Preussen außerhalb der Reichsgrenzen ermöglichte 1701 die Begründung des Königtums mit dieser Stadt als Krönungsort. Das alte Schloss, der gewaltige Dom, die 1544 gegründete Albertus–Universität, die schon allein durch den Lehrstuhl Kants Weltgeltung erhielt, und zeichneten diese Stadt aus.

Im II. Weltkrieg wurde Königsberg schwer zerstört und nach dem Krieg förmlich ausradiert. Seit dem 7. April 1946 ist sie unter dem Namen Kaliningrad Hauptstadt des zu Russland gehörenden Teils von Ostpreußen. Über Jahrzehnte hinweg waren Stadt und Region gänzlich von der Außenwelt abgeschlossen und erst seit wenigen Jahren beginnen sie sich wieder zu öffnen. Inzwischen ist es gelungen, den Dom, dessen Ruine erhalten blieb, weitgehend zu sanieren. Dennoch zeugt immer noch sehr wenig von der einstigen Pracht der Stadt am Pregel.

Das Residenzschloss in Potsdam 1660 bis 1688
Seit 1660 widmete sich Friedrich Wilhelm intensiv der Neugestaltung der Insel Potsdam, die bereits seit Jahrhunderten den brandenburgischen Kurfürsten als Jagdgebiet diente, jedoch wiederholt verpfändet worden war. Der weitreichende Gedanke, sich eine neue Residenz in Potsdam zu schaffen, umfasste von Anfang an nicht nur das Vorhaben eines Schlossneubaus, sondern beinhaltete auch den Aspekt der Landeskultivierung und künstlerischen Landschaftsgestaltung. Nach langwierigen Verhandlungen gelang es Friedrich Wilhelm 1660 das Amt Potsdam auszulösen. Entscheidende Anregungen für das Projekt vermittelte Johann Moritz von Nassau-Siegen, Statthalter des Kurfürsten in Kleve sowie dessen Freund und künstlerischer Berater.

Zur Vorbereitung des neuen Schlossbaus wurden die Reste des 1598/99 für Kurfürstin Katharina errichteten Renaissanceschlosses, das der Dreißigjährige Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte, abgetragen. Die Bauarbeiten wurden sofort nach der Rückerwerbung begonnen und fanden 1669 einen vorläufigen Abschluss. In der Gestaltung des Schlosses war der Einfluss des Holländischen Klassizismus, v. a. eines seiner bedeutendsten Vertreter, Jacob van Campen (1595-1657), unverkennbar. Mit der Bauausführung wurde der in den Niederlanden ausgebildete Johann Gregor Memhardt beauftragt. Es entstand eine Dreiflügelanlage mit einem dreigeschossigen, zum Havelufer ausgerichteten Hauptbau, der von drei belvedereartigen Turmaufbauten bekrönt wurde. In nördlicher Richtung schlossen sich zweigeschossige Seitenflügel an, die zur Stadtseite hin durch einen Querbau mit Tordurchfahrt verbunden waren. Der gesamte Gebäudekomplex war von einem Wassergraben umgeben. Den Mittelpunkt im Inneren des Schlosses bildete der „Große Saal“ (L. 22 m, B. 13 m, H. 20 m). Der Zugang erfolgte über eine vorgelagerte schmale Galerie und ein doppelläufiges Treppenhaus. Als Vorbild diente hierfür vermutlich das von Pieter Post (1608-1669)1647 vollendete Huis ten Bosch in Den Haag.

Historische Beschreibungen und Inventare bezeugen eine überaus reiche und luxuriöse Ausstattung des Potsdamer Stadtschlosses mit Ledertapeten, Bildteppichen, kostbaren Möbeln und Gemälden. Die Stuckarbeiten waren vornehmlich von italienischen Handwerkern ausgeführt worden.

Da sich die kurfürstliche Familie seit 1669 immer häufiger in Potsdam aufhielt, erfolgte ab 1679 eine Vergrößerung des Schlosses. Die Seitenflügel wurden aufgestockt, um das Doppelte verlängert und durch eine halbkreisförmige Galerie mit neuem Portalbau verbunden. Die Erweiterungsbauten zwischen 1679 und 1682 lagen in den Händen der Baumeister Michael Mattias Smidts (1626-1692) und Johann Arnold Nerings.

Gleichzeitig mit dem Schlossbau hatten die Arbeiten am Lustgarten begonnen. Auch hierfür lieferte Johann Gregor Memhardt den Entwurf, der den Grundprinzipien der holländischen Gartenkunst folgte. Das Areal lag zwischen Schloss und Havelufer. Zu seinem Schmuck diente u. a. eine stattliche Anzahl von Orangenbäumen und anderen subtropischen Zierpflanzen. Für deren Überwinterung ließ der Kurfürst 1685 von Johann Arnold Nering neben dem Schloss ein Pomeranzenhaus erbauen.

Die letzten Lebensjahre verbrachte Friedrich Wilhelm ausschließlich in seiner Potsdamer Residenz. Hier starb er am 29. April 1688.


Claudia Sommer

ÜBERSICHT
Sanssouci
Schloss Charlottenhof
Babelsberg
Neues Palais
Potsdamer Stadtschloss
Alexandrowka
Cecilienhof
Marmorpalais

Schloss Sanssouci - SANS SOUCI („Ohne Sorge“)


Das auf einem terrassierten Weinberg gelegene Schloss Sanssouci bei Potsdam ist auf das Engste mit der Person Friedrichs des Großen verbunden und gilt als Höhepunkt des von ihm geprägten friderizianischen Rokoko. In seiner Lage, Dimension und Gestaltung entspricht es dem Typus einer „maison de plaisance“, wie er sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Frankreich ausgehend als intimer Rückzugsort im Gegensatz zu den gewaltigen Stadtresidenzen des Barocks entwickelte.

Der dem Schloss von seinem Bauherrn verliehene, am Mittelrisalit der Gartenfassade angebrachte Name SANS SOUCI („Ohne Sorge“) macht deutlich, dass der König hier in ländlicher Stille und gelockertem Hofzeremoniell seinen privaten Interessen nachgehen wollte. Bereits 1743 plante Friedrich die Anlage eines Weinbergs, für die er wenig später Grundstücke erwarb. Auf einer 1745 von ihm angefertigten Skizze ist bereits ein Gebäudegrundriss zu erkennen, der das schließlich 1745-47 durch den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete „Lust-Haus zu Potsdam“ erkennen lässt. Entgegen Knobelsdorffs Vorschlägen, das Schloss zu unterkellern und um mehrere Stufen erhöht an den Rand der obersten Terrasse zu stellen, bestand Friedrich auf einen großen, leicht zu betretenden Vorplatz, durch den jedoch der Blick auf das Schloss vom unterhalb gelegenen Gartenparterre aus beeinträchtigt wird. Der von zwei jeweils sechsachsigen Seitenflügeln flankierte Mittelbau wird von einer markanten Kuppel bekrönt. An der Gartenfassade befinden sich zwischen den Fenstern kraftvoll durchgebildete Figurengruppen in Form von Bacchanten, die als Gefolge des antiken Weingottes zugleich programmatisch zu verstehen sind. Die Hofseite mit ihren viertelkreisförmigen Kolonnaden und dem Blick auf den als Staffage dienenden Ruinenberg erscheint dagegen ernsthafter und strenger.

Die von Knobelsdorff in Zusammenarbeit mit Antoine Pesne, Johann August Nahl, den Brüdern Hoppenhaupt und zahlreichen anderen Hofkünstlern geschaffenen Innenräume atmen die heiter-elegante Atmosphäre des Rokoko. Den größten und kostbarsten Raum bildet der ovale Marmorsaal im Zentrum des Schlosses, an den sich die Gesellschafts- und Wohnräume des Königs und seiner Gäste anschließen, unter ihnen auch das berühmte, 1852 von Adolph Menzel in seinem Gemälde „Das Flötenkonzert in Sanssouci“ festgehaltene Konzertzimmer.

Der Zugang vom Vestibül zu den im Ostflügel gelegenen Privaträumen des Monarchen führt durch die mit Skulpturen und französischen Gemälden geschmückte Kleine Galerie zur ringsum vertäfelten Bibliothek des Königs. Im angrenzenden Schlaf- und Arbeitszimmer verstarb der „Philosoph von Sanssouci“ schließlich am 17. August 1786. Während die meisten Räume des Schlosses weitgehend unverändert blieben, ließ Friedrich Wilhelm II. dieses Zimmer sofort umgestalten. Auch befolgte er nicht die testamentarische Anordnung seines Onkels, in der bereits zu Lebzeiten angelegten Gruft vor Sanssouci bestattet zu werden, sondern ließ ihn in der Potsdamer Garnisonkirche beisetzen. Erst 205 Jahre später sollte sich dieser Wunsch – nach zahlreichen historisch bedingten Wirren und Umwege – erfüllen.


 Ulrich Feldhahn  
Das weltberühmte Weinbergschloss Friedrichs des Großen in vollendetem Rokoko.



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