Von P. K. Sczepanek


Prozent deutsch, 30 Prozent italienisch



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70 Prozent deutsch, 30 Prozent italienisch


Mehr als zwei Drittel der Bozener sind italienischsprachig. Landesweit sprechen fast 70 Prozent deutsch, knapp 30 Prozent italienisch, und es gibt noch eine kleine ladinischsprachige Minderheit. Der wohl berühmteste Südtiroler, Reinhold Messner, zählt sich zu keiner der Gruppen: "Ich bin kein Deutscher, kein Österreicher, kein Italiener – sondern ich bin Südtiroler. Eventuell noch Tiroler."

Im Ausland muss er das etwas länger erklären. Messner sitzt auf der Terrasse vor seinem Museum, das in einem Schloss untergebracht ist, auf einem Berg über Bozen, und wünscht sich "Convivenza" – ein Zusammenleben.

Er hält alle Nationalstaaten für Fehlgeburten. Europa sei die Zukunft. Die Kulturen, meint er, sollen sich wieder entlang der Regionen bilden – über nationale Grenzen hinweg. Er möchte sich nicht vereinnahmen lassen. Als der Bergsteiger 1978 von der Mount-Everest-Besteigung zurückkam, feierten ihn seine Landsleute.

Ein Politiker sagte, der Reinhold habe das für Südtirol getan, er habe die Südtiroler Fahne auf den Everest getragen. Messner antwortete, er habe keine Fahne dabeigehabt und er habe es auch nicht für Südtirol getan. Er sagte: "Ich bin mir meine eigene Heimat, und mein Taschentuch ist meine Fahne", und schwenkte sein Taschentuch. Als Heimatverräter und Nestbeschmutzer haben ihn manche daraufhin bezeichnet.


Loslösung Südtirols per Volksentscheid?


Ob eine Loslösung Südtirols von Italien per Volksentscheid ein demokratischer Vorgang wäre? Es wäre genauso ein Verbrechen an den italienischen und ladinischen Minderheiten, wie es den Deutschsprachigen ehemals widerfahren sei, sagt Messner. Sein Vater arbeitete zu der Zeit als Lehrer in den geheimen Katakombenschulen und unterrichtete die verbotene deutsche Sprache.

Damals sei eine sehr starke germanophile Haltung entstanden, meint Messner. Er spricht über die Option von 1939: Hitler hatte schon in "Mein Kampf" angekündigt, dass er auf Südtirol verzichten würde, um das Bündnis mit Rom nicht zu gefährden.

Tatsächlich vereinbarte er später mit Mussolini, dass die deutschsprachigen Südtiroler sich zwischen Italien und dem Deutschen Reich entscheiden sollten. Wer für das Deutsche Reich optierte, sollte das Land verlassen und auf die Krim umsiedeln. Messners Eltern hätten das auf sich genommen, genau wie 86 Prozent der Deutschsprachigen.

Eine Geschichte von Messners Mutter


Wenn es um das Thema Identität geht, erinnert sich Messner gern an eine Geschichte, die seine Mutter ihm erzählte. Bei einem Spaziergang zeigte sie auf einen Hof an einem steilen Hang. Dem Eigentümer wurde gesagt, er solle sich entscheiden – also für Deutschland stimmen und umsiedeln. Der Hofbesitzer sagte, er wolle aber den gleichen Hof wieder bekommen.

Man sagte ihm, er könne einen besseren Hof bekommen – auf einer flachen Ebene. Der Bauer aber sagte, er wolle genau den gleichen Hof: gleich steil, und dahinter wolle er die gleichen Berge sehen. Der Mann stimmte fürs Dableiben.

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http://tvthek.orf.at/programs/1277675-Suedtirol-heute

film: - Südtirol Heute - 15.03.2013 18:30 Uhr


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